Das Kunststipendium in der Trittauer Wassermühle wird 30! Anna Mieves präsentiert Abschlussausstellung „theatrum“ und Katalog; Neue Stipendiatin Judith Kisner wird vorgestellt

Das Kunststipendium in der Trittauer Wassermühle wird 30!  Anna Mieves präsentiert Abschlussausstellung „theatrum“ und Katalog;  Neue Stipendiatin Judith Kisner wird vorgestellt

Trittau, 12.05.21

Die Bildhauerin Anna Mieves, 29. Stipendiatin in der Wassermühle, präsentiert in ihrer Abschlussausstellung „theatrum“ vom 10. April bis 16. Mai 2021 neu entstandene Werke und stellt am 16. Mai ihren druckfrischen Katalog vor. 
Judith Kisner hat Anna Mieves als 30. Stipendiatin am 1. Mai in der Trittauer Wassermühle abgelöst. Kisner wird sich in ihrer Zeit in Trittau einem historischen Thema künstlerisch widmen: Loheland, ein visionäres Frauenprojekt der Moderne.

Anna Mieves: Zwischen Abdrücken und Hohlformen
Abschlussausstellung und Katalogpräsentation zu „theatrum“

Abbildungen: Details und Objekte aus theatrum, Linters, Holz und Gips, 2021, Fotos: Robert Schlossnickel

In ihrer Zeit als 29. Stipendiatin des Kunststipendiums in der Trittauer Wassermühle hat die Bildhauerin Anna Mieves ihre Ausstellung „theatrum“ erarbeitet. Sie präsentiert skulpturale Objekte, welche sich als funktionale Formen in den Ausstellungsräumen in Szene setzen oder durch die Betrachtenden in Szene gesetzt werden. Die sich selbst aussteifende Hohlform steht dabei im Zentrum ihres Schaffens: Eine Fläche wird unter dem Einfluss der sie prägenden Bedingungen zum Objekt.

„Vertiefungen, Knicke, das sich Aufwerfen der Ränder, Verdichtungen und so fort, formen eine Fläche zu einer sich selbst tragenden Struktur, die ein Innen vom Außen trennt. Ausschnitte und Montagestellen weisen, fort von den Formen, auf einen unbestimmten Ort und Zweck und legen Handlungsmöglichkeiten nahe, die im Kopf des Betrachters ausgeführt werden können und die Objekte in Mobilität versetzen“, beschreibt Mieves ihre Ideen, die es zu erkunden gilt.

Anna Mieves legt sich in ihrer künstlerischen Arbeit auf kein Material fest. Sie verwendet Gips, Seife, Kunststoffe, Holz und Textilien, deren Produktionsbedingungen die Form prägen – und durch die Augen der Besucher:innen zum Bestandteil der Erzählung werden. Die Künstlerin schafft einen theatralen Raum, in dem die Betrachter:innen „durch eine Narration geführt werden, die sich rhythmisch und aus Ausschnitten zusammensetzt. Eine Narration, die sich z.B. durch Schnittstellen zu Abwesendem erzählt“, sagt Mieves über ihre Arbeit.

Im Rahmen der Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog mit Texten von Annette Hans und Malte Ubenauf entstanden. Die Publikation, die Teil der Künstler:innenförderung ist, wird im Rahmen der Finissage mit einem digitalen Künstlerinnengespräch im Dialog mit Annette Hans am 16. Mai um 15 Uhr veröffentlicht und vorgestellt.

Judith Kisner ist die 30. Stipendiatin in der Wassermühle
Heimatforschung einmal anders: Loheland, eine historische Siedlungs- und Ausbildungsstätte von Frauen für Frauen

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Von links: Judith Kisner: Gymnastik in Loheland, 1980, aus den Archivbildern von Judith Kisner; The Lion, 2018, Acryl auf Leinwand, ca. 135 x 170 cm; Coffee Painting Shower (Detail), 2017

Zum 01. Mai 2021 löst Judith Kisner als 30. Stipendiatin Anna Mieves in der Wassermühle ab. Großformatige Malereien auf Leinwand, raumgreifende Installationen sowie Textil- und Papierarbeiten ziehen sich durch das Werk der Künstlerin. Kisner ist u.a. von der Arbeitsweise der französischen Künstlerin Louise Bourgeois inspiriert. Auch Kisner lässt ihre Arbeiten vorzugsweise im divergenten Denkstil entstehen. Ihre Bilder sind sehr klar und frei von figurativen Elementen, ohne sich ganz der völligen Abstraktion hinzugeben. Während ihres Stipendiums in Trittau möchte sich die Künstlerin mit Loheland, einer 1919 gegründeten Siedlungs- und Ausbildungsstätte von Frauen für Frauen beschäftigen. „Ich möchte in die Geschichte dieses Ortes anhand von historischem Bildmaterial, Exponaten aus Loheland sowie zeitgenössischen künstlerischen Arbeiten eintauchen, die das Konzept Lohelands aus der Gegenwart heraus befragen und weiterspinnen“, beschreibt Kisner ihr Vorhaben im Beisein des Trittauer Bürgermeisters Oliver Mesch. „Es ist großartig, jedes Jahr neue Künstler:innen in Trittau zu haben, die den Ort künstlerisch beleben“, sagt Oliver Mesch.

„Wir sind als Stiftung sehr froh, dass wir das Kunststipendium nun schon seit 30 Jahren ermöglichen und damit so interessanten und engagierten Künstler:innen Raum für ihre Entwicklung bieten zu können“, freut sich Dr. Henning Görtz, Landrat und Stiftungsvorstand der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn. „Für mich als Vertreter der Stifterin, der Sparkasse Holstein, ist es spannend, in diesem Rahmen einmal in eine ganz andere Welt eintauchen zu können und mitzuerleben, welchen Blick auf die Welt Künstler:innen haben und wie sie diesen visualisieren“, ergänzt Sören Westphal, Bereichsleiter Mittelstand der Sparkasse Holstein.

Anna Mieves studierte bis 2018 an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Ihre Werke waren in verschiedenen Ausstellungen zu sehen, u.a. im Kunsthaus und, mit der feministischen Plattform CALL, in der Kunsthalle Hamburg, im Programm der Stadtkuratorin Hamburg, der Bundeskunsthalle Bonn und des Thalia Theaters Hamburg. Mieves erhielt u.a. ein Jahresstipendium des Freundeskreises der HFBK Hamburg, das Klaus- Kröger-Atelierstipendium sowie das Residenzstipendium der Schaumburger Landschaft.

Judith Kisner (Geboren 1983 in Hulst, Niederlande) studierte von 2015 bis 2019 an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Zuvor schloss sie 2008 ihr Bachelor-Studium an der Hochschule voor de Kunsten in Arnheim ab und 2014 an der Kunstakademie Düsseldorf. Sie präsentierte ihre Arbeiten in verschiedenen Ausstellungen. Neben Einzelausstellungen nahm sie an zahlreichen Gruppenausstellungen teil, zuletzt an den Ausstellungen mensbeeld (Arti at Amicitiae in Amsterdam, 2020) und Corporate Bodies (Pragovka Gallery in Prag, 2020). Sie lebt und arbeitet in Hamburg.

Seit 30 Jahren: Kunststipendium in der Trittauer Wassermühle
Die Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn schreibt seit 30 Jahren ein einjähriges Stipendium mit Residenzpflicht für bildende Künstler:innen aus. Angesprochen sind Künstler:innen mit abgeschlossenem, künstlerischem Studium, die in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern leben und arbeiten. Die Sparkassen-Kulturstiftung sieht seit 1992 ihre Aufgabe darin, Künstler:innen im Rahmen dieses Stipendiums eine künstlerische Weiterentwicklung zu ermöglichen und eine umfangreiche Publikationsmöglichkeit zu bieten. Gefördert werden soll das künstlerische Potential von Künstler:innen aus dem norddeutschen Raum, die eine mindestens zweijährige Ausstellungstätigkeit nach dem Studienabschluss nachweisen können.

Informationen zur Ausstellung
Anna Mieves: „theatrum“
10. April bis 16. Mai 2021

Ausstellungsort

Galerie in der Wassermühle Trittau

Am Mühlenteich 3

22946 Trittau

Publikation

Anna Mieves – Hohlform & Abdruck 2018-2021

Katalog mit Texten von Annette Hans und Malte Ubenauf

Digitales Künstler:innengespräch im Rahmen der Katalogveröffentlichung

Sonntag, 16. Mai um 15 Uhr

Um am Gespräch teilzunehmen, wird um Anmeldung unter

info@galerie-wassermuehle-trittau.de gebeten.

Weitere Informationen: www.galerie-wassermuehle-trittau.de

Abbildungen
Installationsansicht „Anna Mieves – theatrum”, Galerie in der Wassermühle Trittau 2021, Foto: © Robert Schlossnickel;

Judith Kisner, „Coffee Painting Shower” (Detail), 2017, Foto: © G. J. v. Rooij;

Gruppenbild von links: Sören Westphal (Sparkasse Holstein), Judith Kisner (neue Stipendiatin), Dr. Henning Görtz (Landrat und Stiftungsvorstand), Anna Mieves (ehem. Stipendiatin), Oliver Mesch (Bürgermeister von Trittau), 

Foto: ©Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn

Kontakt für Pressematerial und Interviewanfragen

Dr. Katharina Schlüter

Leiterin Kunst & Kultur, Geschäftsführerin

Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn 
Tel.: +49 (0) 160 883 67 11 
E-Mail: Katharina.Schlueter@spkstholstein.de

www.sparkassen-kulturstiftung-stormarn.de

Die Galerie in der Wassermühle Trittau im Social Web

www.facebook.com/GalerieWassermuehleTrittau

Rundblick Reporter

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